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Zyklus und Fruchtbarkeit | Wissen & Fortbildungen

Hier geben wir Ihnen ausführliche Informationen über Zyklus und Fruchtbarkeit nach dem aktuellen Stand der Forschung. Die Ergebnisse stammen aus großen wissenschaftlichen Untersuchungen und sind in Fachzeitschriften und in der medizinischen Fachliteratur veröffentlicht. Hier möchten wir sie Ihnen zugänglich machen! Bedauerlicherweise existieren heute noch viele falsche Vorstellungen über die den Zyklus der Frau, insbesondere über die fruchtbare und unfruchtbare Phase. Wir halten dies für ein riskantes Halbwissen, das dazu beitragen kann, dass Mädchen und Frauen ungewollt schwanger werden.

NEU: Wir haben kurze, informative Filme über Zyklus und Fruchtbarkeit erstellt: Bitte klicken Sie hier...

Zitate: Gefährliche Lehrinhalte

Biologiebuch Realschule Baden-Württemberg: „Interaktiv Biologie 2“ Cornelsen-Verlag 2007

Unser Kommentar
Diese Aussage, zu allem Überfluss auch noch als Merksatz gekennzeichnet, ist absolut falsch und falls die SchülerInnen sich diesen Lehrinhalt merken, im Hinblick auf das Risiko von ungeplanten Schwangerschaften, brandgefährlich! 
Die Spermien leben bis zu 5 Tagen. In fast 60% der Zyklen findet der Eisprung nach dem 14. Zyklustag statt. Bei jungen Mädchen und Frauen findet der Eisprung in jedem 4.Zyklus erst nach dem 20.Zyklustag statt, häufig erst in der 3., 4. oder 5.Zykluswoche! (Siehe Abb.)


Verschiedene Zykluslängen Verschiedene Zykluslängen

…Gleichzeitig wächst die Gebärmutterschleimhaut, um sich auf die Aufnahme des befruchteten Eis vorzubereiten. Dieser Vorgang dauert etwa 14 Tage. Dann erfolgt der Eisprung.
…. In einem etwa 28-tägigen Rhythmus reifen befruchtungsfähige Eizellen heran.

Biologiebuch Realschule Baden-Württemberg: „Interaktiv Biologie 2“ Cornelsen-Verlag 2007

Unser Kommentar
Mit einer Grafik wird die falsche Vorstellung eines 28-Tage-Zyklus noch weiter verfestigt. Niemals darf eine fruchtbare Zeit mit Zyklustagen angegeben werden! Wenn SchülerInnen sich dieses Wissen aneignen, ist das Risiko einer späteren ungeplanten Schwangerschaft groß!


Fruchtbare Tage Fruchtbare Tage

Prisma NWA Biologie 4/5 Baden-Württemberg, Klett-Verlag 2009

Unser Kommentar
Durch diese graphische Darstellung von zwei aufeinanderfolgenden Zyklen mit exakt 28 Tagen wird die irrige Annahme des klassischen 28-Tage-Zyklus weiter verfestigt. Auch die Markierung des Eisprungs exakt am 14. Zyklustag hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun und führt - falls die SchülerInnen sich das merken - zu Fehlschlüssen und dem Risiko von ungeplanten Schwangerschaften.

(Bei einem späteren Kinderwunsch führt dies dazu, dass Paare zum falschen Zeitpunkt Verkehr haben: Lt. Robert-Koch-Institut (2004) liegt eine häufige Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit in mangelndem Fruchtbarkeitswissen: Nur die Hälfte der Paare hatte Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunkt).


"28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Zyklustag"

Aus dem Internet

Unser Kommentar
Diese Aussage ist falsch, denn die Eizelle lebt nach dem Eisprung nur 12-18 Stunden. Nur während dieser kurzen Phase kann sie befruchtet werden. Da die Spermien aber VORHER, d.h. vor dem Eisprung bis zu 5 Tage auf die Eizelle warten können, ist die fruchtbare Phase FÜNF TAGE VOR DEM EISPRUNG plus die Lebenszeit der Eizelle (= fertiles Fenster: 6 Tage).


Freie Bahn für die Spermien: Um den 12. Zyklustag bewirkt Östrogen, dass dieser feste Schleimpfropf flüssiger wird. Nun können die Spermien hindurch und zum Eileiter gelangen…

Prisma NWA Biologie 4/5 Baden-Württemberg, Klett-Verlag 2009

Unser Kommentar
Durch die Angabe von Zyklustagen wird diese Aussage falsch und gefährlich, bedeutet sie doch im Umkehrschluss, dass Geschlechtsverkehr bis zum 11. Zyklustag sicher ist, da die Spermien noch durch den Schleimpfropf nicht zur Eizelle vordringen können. Das widerspricht grundlegend den wissenschaftlichen Fakten und bedeutet wiederum eine risikoreiche Irrlehre für die SchülerInnen.


Biologie heute S 1; Für Gymnasium Hessen Schrödel 2014

Unser Kommentar
Die Angabe: „Eisprung am 14. Zyklustag“ stellt eine grobe Vereinfachung dar und führt zur Verfestigung dieser Falschinformation in den Köpfen der SchülerInnen.

Nur in etwa 15% der Zyklen findet der Eisprung am 14. Zyklustag statt! In mehr als 30% der Fälle findet der Eisprung beispielsweise am 18.Zyklustag oder später statt, zu einer Zeit, zu der nach den Angaben im Schulbuch keine Befruchtung mehr stattfinden kann. 
Weitere unrichtige Information: Die nicht befruchtete Eizelle wandert nicht durch den Eileiter sondern löst sich auf. Die Eizelle wird nicht – wie auf der Grafik eingezeichnet – mit der Menstruationsblutung ausgeschieden.


"Eisprung am 14. Zyklustag als Graphik"

www.Frauenzimmer.de rät: „Zur Berechnung Ihres persönlichen Fruchtbarkeitszeitpunktes müssen Sie Ihre genaue Zykluslänge kennen. …. Der Zeitraum Ihrer fruchtbaren Tage wird Ihnen im Eisprungkalender für 12 Monate angezeigt. Mit dem Fruchtbarkeitskalender klappt es sicher bald mit der Erfüllung Ihres Kinderwunsches…“

www.Frauenzimmer.de

Unser Kommentar
Hier entspricht bereits die Grundannahme nicht den wissenschaftlichen Fakten, denn es gibt keine „genaue Zykluslänge“. Nur 3% der Frauen haben innerhalb eines Jahres eine Schwankungsbreite von nur drei Tagen in ihrer Zykluslänge. Bei einem Drittel der Frauen schwank sie um mehr als eine Woche, bei 22% sogar um mehr als zwei Wochen. Eine Frau kann also immer nur eine Schätzung bzw. einen ungenauen „Durchschnitt“ angeben. Davon können keinesfalls die fruchtbaren Tage abgeleitet bzw. berechnet werden. Lt. Robert-Koch-Institut (2004) liegt eine häufige Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit in mangelndem Fruchtbarkeitswissen: Nur die Hälfte der Paare hatte Geschlechtsverkehr zum richtigen Zeitpunkt.


...Baby-Artikel.de schreibt: „Der Eisprung erfolgt – im Normalfall – in der Mitte Deines Zyklus, also etwa um den 14. Tag herum. Während das reife Ei auf Wanderschaft in die Gebärmutter geht, befindest Du Dich in Deinen fruchtbaren Tagen. Wenn während dieser Zeit Samen auf das befruchtete Ei treffen, besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft.“

www.Baby-Artikel.de

Unser Kommentar
Abgesehen davon, dass es sinnlos ist, wenn Spermien auf ein bereits befruchtetes Ei treffen würden, werden – in erster Linie für die Zielgruppe der Frauen mit Kinderwunsch – falsche Fakten verbreitet: Die fruchtbare Zeit endet bereits kurze Zeit nach dem Eisprung (etwa 12-18 h). Sie wandert dann nirgendwo mehr hin sondern stirbt ab und löst sich auf. Die Spermien allerdings können bis zu 5 Tage VOR dem Eisprung im Zervixschleim auf die Eizelle warten. Die fruchtbare Phase ist als vor dem Eisprung.


Die „Erdbeerlounge“ gibt „alle wichtigen Infos zum Eisprung“: „Der Eisprung findet bei einem normalen 28-tägigen Zyklus etwa am 14. Tag statt. Hast Du einen längeren oder kürzeren Zyklus, so findet die Ovulation in der Mitte des Zyklus‘ statt.“

www.Baby-Artikel.de

Unser Kommentar
Einen „normalen 28-tägigen Zyklus“ gibt es nicht. Nur 13% der Zyklen haben eine Länge von 28 Tagen. Sind alle anderen unnormal? Auch die nächste Aussage ist wissenschaftlich inkorrekt. Der Eisprung findet bei längeren oder kürzeren Zyklen nicht „in der Mitte“ statt (aber wie soll man die Mitte denn prospektiv im laufenden Zyklus überhaupt erkennen?), sondern immer etwa 12-16 Tage vor der nächsten Menstruation, d.h. bei einem 36-Tage-Zyklus nicht am 18. Tag sondern am 20.-24. Tag.


Schülerduden Sexualität. Ein Sachlexikon für Schule, Ausbildung und Beruf, Dudenverlag 1997

Unser Kommentar
Es ist sehr problematisch, wenn Jugendlichen derart falsche Fakten zur fruchtbaren Zeit vermittelt werden: Die fruchtbare Zeit endet bereits kurze Zeit nach dem Eisprung (etwa 12-18 h). Sie wandert dann nirgendwo mehr hin sondern stirbt ab und löst sich auf. Die Spermien allerdings können bis zu 5 Tage VOR dem Eisprung im Zervixschleim auf die Eizelle warten. Die fruchtbare Phase ist als vor dem Eisprung.


Zitate: Bitte beachten!

Diese Zitate stammen aus Biologiebüchern zur Sexualerziehung, aus Fachbüchern oder aus dem Internet.
Wir halten sie für irreführend bzw. unrichtig.

Konsequenzen für die Sexualerziehung

Kurzinformationen führen notgedrungen zu Vereinfachungen. Dies ist bei dieser Thematik nicht verantwortbar. Aus diesem Grund muss dem wissenschaftlich abgesicherten Wissen zu den Themen Zyklus und Fruchtbarkeit mehr Raum in der Sexualerziehung eingeräumt werden.
Schulbücher und andere Aufklärungsmaterialien müssen dementsprechend aktualisiert werden.
Es ist wichtig, auch die Eltern über die Variabilität der fruchtbaren Zeit besser aufzuklären.

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